Jan Leonhardt

“30 Jahre naTo… ein nostalgischer Blick zurück”

Name

Jan Leonhardt – geboren 1971 in Schwerin, seit Oktober 1990 Leipziger bzw. “Rand-Leipziger”, naTo-Besucher seit dem Frühjahr 1991, heute Teamleiter Marketingstrategie/-kommun. bei den Stadtwerken Leipzig

Wir gründeten unsere Studenten-WG im Frühjahr 1991 und bewohnten ein stark sanierungsbedürftiges Haus in der Kochstraße, also ganz in der Nachbarschaft der naTo.

Damals, Anfang der wilden “Neunziger” gab es noch nicht so viele coole Kneipen und Clubs in der Südvorstadt, aber die naTo war schon da. Mit aus heutiger Sicht blutjungen 21 Jahren und noch kurzen Haaren “trauten” wir uns zum ersten Mal rein in die “Kneipe”. Der halbe Liter Bier kostete 2,10 DM, Musik und “Leute gucken” gab´s gratis dazu.

Im Laufe der nächsten Jahre, egal zu welcher Jahreszeit, wurde die naTo zu so etwas wie unserer Lieblingskneipe, oft der Start oder auch das Ende der Kneipentouren. Wir gehörten dazu, bzw. die naTo gehörte einfach dazu. Besonders zur Sommerzeit bildeten sich Trauben von Menschen um die naTo herum.

Das wohl unvergesslichste Erlebnis mit der naTo hatte ich im Herbst 1996, zur Gruppenauslosung des naTo-Cups.

Die Kneipe und auch der dahinterliegende Saal waren rappelvoll mit Menschen – Stammgästen, aber auch bzw. vor allem den Fußballmannschaften, die alle gespannt auf die Gruppenauslosung warteten. Die Luft war blau von Zigarettenqualm, und Raucher störte das natürlich nicht, aus heutiger Sicht kaum vorstellbar, dass das damals alle einfach so mitgemacht haben…

Plötzlich, euphorischer Jubel, denn Paul Fröhlich betrat in zünftigem Outfit die Bühne. Genau kann ich mich nicht mehr erinnern (das lag dann wohl am Bier und an den zu vielen Zigaretten, oder die Sicht war durch den Qualm eingeschränkt…), aber er hatte auf alle Fälle eine Mütze auf und eine große Flüstertüte dabei. Nun begann er seine “Zeremonie”, anders kann ich die Art der Moderation von Paul Frölich nicht beschreiben. So viel Sprachwitz und Schlagfertigkeit habe ich selten erlebt.

Jede Mannschaft wurde frenetisch bejubelt, die Menge tobte und kochte. Als Höhepunkt warf Paul Fröhlich zwei andersfarbige Loskugeln in den Topf, die “rein zufällig” (wie ich auch in den späteren Jahren immer wieder feststellte) in die gleiche Vorrundengruppe “gelost” wurden. Es waren die Mannschaften vom “Kreuzer” und die vom “FC Organ”, der Kampfname der Leipziger Volkszeitung…

Spätnachts war der Trubel dann zu Ende und nach einer Zigarette und “einem Bier zu viel” ging es ins Bett. An den Ausgang des Turniers am Folgetag kann ich mich kaum noch erinnern, wohl aber an die Lachsalven, die durch das “weite Rund” gingen, beginnend mit dem “Fahnenappell” und dem obligatorischen “Sport frei”. Am nächsten Morgen hatte ich Muskelkater, genauer gesagt Bauchmuskelkater, vom vielen Lachen…

Heute, mit vielen Jahren Abstand – das ältere meiner beiden Kinder wird wohl in 3 bis 4 Jahren zu Eurem Stammpublikum gehören – muss ich immer noch innerlich schmunzeln, wenn ich mit der Straßenbahn am Südplatz vorbeifahre.

Ihr seid immer noch da… und das ist wirklich gut so.

Vielen Dank für die unzähligen Abende, die ihr uns “Obdach” gewährt habt, vielen Dank auch dafür, dass ihr Leipzig BUNTER und LEBENSWERTER macht. Und… dreißig ist doch – zumindest aus meiner Sicht – nicht wirklich alt.

 


 

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